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Montag, 14. Februar 2022

Friedensbewegung ist tot

Sagt mal, habt ihr sie eigentlich noch alle?
Da wird vor aller Augen direkt vor unserer Haustür ein Krieg eingerührt, und keiner erhebt seine Stimme?

Actually NIEMAND???

Wo ist die ARD-Sondersendung darüber, dass sich hier Nationen mit Atomwaffen gegenüberstehen?

Wo sind die Friedensappelle, wo sind die Aufschreie aus der Politik, aus Kunst und Kultur, aus der Bevölkerung? Haben die Grünen ihre Gründungsideale vergessen, ihr Ursprünge in der Friedensbewegung? Haben die Linken solche Angst davor, Putin-Versteher genannt zu werden?

Wieso geht da keiner auf die Straße? Zu kalt? Zu unsexy?

Da behaupten die USA, es gäbe Geheimdienst-Beweise, die belegen, dass Russland die Invasion der Ukraine plant. Vorlegen können sie die Beweise natürlich nicht, weil " Quellenschutz". Im Irak-Krieg haben sie sich wenigstens die Mühe gemacht, Beweise zu fälschen.

Wo sind denn die aufrechten Journalisten, die daran erinnern, dass es in den USA eine häßliche Tradition gibt, Kriege mit vorgeschobenen Propaganda-Lügen zu rechtfertigen? Nie jemand "wag the dog" gesehen? 

Footage dazu, das man im deutschen Fernsehen nicht zu sehen bekam:

https://twitter.com/thehill/status/1489336004637044746

Stattdessen seh ich, wie in Tagesschau und Co. die Mär der Geheimdienst-Beweise nachgeplappert wird. Es wird berichtet, als wäre der Krieg nicht mehr zu verhindert und eine allgemein akzeptierte Tatsache. Nicht eine einzige Gegenstimme, keine Zweifler an der amerikanischen Darstellung, keine Altpolitiker als Mahner vom Schlage eines Genscher, Schmidt oder Geißler.

Aber es wird quer durch die Presselandschaft berichtet, dass Herta Müller sich für Waffenlieferungen ausspricht. Toll. Mal abgesehen davon, dass sich Müller als Tochter eines Waffen-SS-Soldaten solche Äußerungen vielleicht zweimal überlegen sollte: Welche gesellschaftliche Relevanz hat diese Wortmeldung einer fast traditionell russlandfeindlichen Literatin mit eindimensionalen Coeuvre, dass sie derart breitgetreten wird? Wo sind die Meldungen über Künstler, die sich gegen die Kriegstreiberei wenden? Wo sind die alten Granden wie Niedecken, Westernhagen, Lindenberg - habt wenigstens ihr noch was zu sagen, wenn schon der Rest der deutschen Musik- und Künstlerszene keine Haltung mehr zu haben scheint?

Ja, wo sind die eigentlich? Haben die alle Angst, dass ihnen jemand Antiamerikanismus vorwirft?

Blöd natürlich, dass man bei dem Abgekulte von Putin und dem Amerika-Hass in AfD- und Schwurblerkreisen immer aufpassen muss, dass man nicht Beifall aus der "falschen Ecke" kriegt. Aber mal ehrlich: Sind wir echt so eindimensional diskursunfähig, dass wir das nicht mehr auseinander halten können? Dass nur noch in Schubladen und an Shitstorms gedacht wird? Sollten tatsächlich alle "Kräfte der Vernunft" lieber schweigen, aus Angst, mit Schwurblern in der falschen Schublade zu landen und da nicht mehr rauszufinden? Also im Zweifel lieber zuschauen, wie Kriegshetzer unwidersprochen die Medien dominieren, als zu riskieren, mißgedeutet zu werden?

Mein Punkt ist: Wo sind die Deutschen, die sich deutlich gegen einen Krieg aussprechen? Die der ganzen Säbelrasselei eine klare Absage erteilen? Ist das Pazifistischste, was Deutschland fertig bringt, tatsächlich ein Olaf Scholz, der 5000 Helme in die Ukraine schickt?

Oder seid ihr alle in Schockstarre, weil niemand wahr haben will, dass in Europa nochmal ein heißer Krieg ausgefochten werden könnte? Nur 27 Jahre nach dem Ende des Jugoslawien-Kriegs?

Von Berlin nach Kiew ist es ungefähr genau so weit wie von Berlin nach Rom, in die Normandie oder an die Cote d'Azur. Bzw. ca. zwei Flugstunden. Von Berlin bis nach Weißrussland ist es ungefähr soweit wie zum Balaton. In Anbetracht dessen, dass Kriege nicht mehr mit Pfeil und Bogen geführt werden, ist das GAR NICHTS.

Mir liegt nichts ferner, als von "Systempresse" zu schwurbeln. Aber es ist schon auffällig, wie unwidersprochen die Kriegsrhetorik und Sichtweise der NATO in den Medien repliziert wird.

Mein Punkt ist nicht, Russlands Absichten zu hinterfragen oder Putin einen feinen Kerl zu nennen. Oder anders nochmal darauf hinzuweisen, dass die USA seit 200 Jahren wie selbstverständlich überall auf der Welt Militärbasen unterhalten, Kriege und Invasionen vom Zaun brechen und die NATO Manöver abhält, wo sie grad lustig ist, während man Russland mit Krieg droht, weil die IM EIGENEN LAND ein Manöver zelebriert.

Wer sich für sowas interessiert, der mag sich in diesen interessanten Vortrag vertiefen:


Mittwoch, 25. Juli 2018

Könnt ihr eigentlich alle mal für einen Moment die Fresse halten?

Um das mal vorauszuschicken: Özil ist mir scheißegal. Fußball ist mir scheißegal.

Aber ist das nervige Rumgehacke auf Özil, das von nichts anderem getragen wird als der latent rassistischen Grundstimmung in Deutschland und denen, die damit medial und politisch Quote machen, echt nötig? Geschweige denn angemessen?

Diese ständige Skandalisierung der banalsten Geschehnisse geht mir sooooo auf den Sack.

Seit wann erwartet man von Fußballern eigentlich politischen Sachverstand? Ob das Foto mit Erdogan nun richtig war oder nicht, kalkuliert oder einfach nur saudumm, kann uns doch Wurscht sein.
Fakt ist doch: Deutschland macht Geschäfte mir Erdogan, Diktator hin, Kriegstreiber her. Erdogan führt Krieg gegen Teile der türkischen Bevölkerung, und Deutschland liefert die Panzer dazu. Erdogan hält Resteuropa einen Teil der Flüchtenden vom Leib, zu welchem Preis, möchte man gar nicht wissen. Merkel hat Erdogans Hand geschüttelt, Friedensfürst und coolster POTUS ever Obama auch, der Papst, Sigmar Gabriel auch, und wenn loud mouth Heiko muss, dann wird auch er die Hand des Präsidenten schütteln.

Man frage sich auch selbst: Wenn ein Machtmensch wie Erdogan, der dafür sorgen kann, dass deine in der Türkei lebenden Verwandten weggesperrt werden, der dir auf der andern Seite aber auch Türen weit öffnen kann, wenn du in der Türkei Geschäfte machen willst, wenn so jemand dich fragt, ob du ein Foto mit ihm machst: Wer würde da sofort "nein" sagen?

Apropos Obama: Wenn Özil sich mit Obama hätte fotografieren lassen, dem Mann, der Drohnenterror endgültig zu einem legitimen Mittel der Kriegführung gemacht hat, der entschieden hat, im CIA-Folterskandal von einer Strafverfolgung abzusehen, der aber nicht bereit war, Snowden zu begnadigen, der trotz mehrfacher Versprechen den illegalen, dem Völkerrecht widersprechendem Folterknast Guantanamo nicht dicht gemacht hat, wenn Özil sich also mit diesem Mann hätte fotografieren lassen, hätte kein Mensch sich aufgeregt. Denn Image ist alles: Erdogan ist ein schnauzbärtiger, hysterischer, machtgieriger Diktator, Obama ist schwarz, hip und cool.

Heinz Rühmann, Star des deutschen Vor-, Während- und Nachkriegskinos, hat Hitler die Hand geschüttelt. Das hat seiner Beliebtheit nach dem Krieg aber (fast) keinen Abbruch getan.

Fickt euch doch alle, ihr verdammten Heuchler. Plötzlich hat jeder eine Meinung zu Özil, selbst  Leute, von denen man noch nie gehört hat, und posaunt diese ungefragt heraus. Sogar
kriminelle Fußballer, die selbst schon allen möglichen Widerlingen aus Politik und Medien die Hand geschüttelt haben.

Das Ganze erinnert mich an den Protest schwarzer Sportler bei der Olympiade 1968 in Mexiko. Zwei schwarze Sprinter symbolisierten damals während ihrer Siegerehrung durch diverse Accessoires ihre Verbundenheit mit der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Einer der Sportler damals dazu: „Wenn ich siege, bin ich Amerikaner, kein schwarzer Amerikaner. Aber wenn ich etwas Schlechtes mache, sagen sie, ich sei ein Neger. Wir sind schwarz und wir sind stolz darauf. Das schwarze Amerika versteht, was wir heute gemacht haben“ (Quelle: Wikipedia). Man tausche "schwarz" gegen "türkisch" und "Amerikaner" gegen "Deutsche", und voila: Das Zitat könnte 1:1 von Özil stammen. Die naheliegende und einigermaßen schockierende Frage wäre, ob wir heute, 50 Jahre später, in Deutschland eine ähnliche Stimmung haben wie im rassistischen Amerika der 60er Jahre.
Wobei man nicht vergessen darf, dass Özil ja mit seinem Foto wohl nicht einmal ein tiefgehendes politisches Statement abgeben wollte.
Die Reaktion des IOC damals erinnert ebenfalls an die verlogene Moraldebatte heute.

Freitag, 9. März 2018

Tatzeit: andauernd, Tatort: Deutschland

Ich möchte mich heute mal den nicht enden wollenden Gerüchten entgegen stellen, die da besagen, dass überall in Deutschland Ladendiebstähle von Flüchtlingen/Asylanten oder Ausländern allgemein nicht geahndet werden, und dass Staat und Gemeinden Ladenbesitzer für den entstandenen Schaden entschädigen.

Was ich dagegen zu setzen habe? Reine Vernunft. Logik.

Punkt 1: Der durchschnittliche Flüchtling, egal ob aus Afrika, Afghanistan oder den "Nahen Osten", hat erhebliche Strapazen auf sich genommen, um nach Deutschland zu gelangen. Junge Menschen, getrennt von Freunden und Familien, durchqueren halbe Kontinente, erleben unterwegs Hunger, Angst, Kälte, Mißbrauch, Hass und Tod, sind Wochen und Monate unterwegs, auf abenteuerlicher Reise zu Fuß durch Wüste oder Gebirge, zusammengepfercht in Lastwagen und überladenen Schlauchbooten.
Und wenn sie nach all dem endlich im "gelobten Land" ankommen, an dem Ort, wo sie ihr Glück machen wollen, wo sie in jedem Fall bleiben wollen oder müssen, ist das erste, was sie machen, Diebstähle zu begehen? Ein Delikt, das auch in ihren Heimatländern eine Straftat ist, eines, von dem sie zumindest annehmen müssen, dass es ihnen die Ausweisung einbringt? Ist das logisch? Würdet IHR sowas machen?

Punkt 2: Diese Gerüchte gibt es quasi aus ganz Deutschland. Immer heißt es, es gäbe eine Bekannte oder einen Cousin, der "bei der Stadt" arbeitet und ganz genau mitbekommen hat, wie das läuft, aber eben nicht drüber reden dürfe. Oder ein Nachbar, der bei der Polizei arbeitet und "einiges zu erzählen hätte, wenn er denn drüber reden dürfte".
Das Gerücht geht fast immer so: Wenn ein Flüchtling irgendwo was klaut, kommt die Polizeit erst gar nicht, die Justiz ermittelt nicht, der Ladenbesitzer ruft einfach bei der Gemeinde an und bekommt den Schaden ersetzt. Aber NIEMAND redet offen über diese angeblichen Tatsachen.

Wir hätten es hier also mit einer Verschwörung zu tun, die folgende Bevölkerungsgruppen umfasst:
- alle Politiker, angefangen von der Regierung, die das Ganze ja angeblich orchestriert, bis hin zum letzten Lokalpolitiker, egal welcher Partei, denn lokal regieren ja auch rechte und parteilose Hanseln
- alle Mitarbeiter lokaler Behörden bis hin zum einfachen Telefonisten
- sämtliche Ladenbesitzer und deren Angestellte
- der komplette Polizei- und Justizapparat, selbst jener Teil, dessen Herz rechts schlägt
- die komplette Presse, inklusiver rechter Postillen oder konservativer Klatschorgane wie BILD, die sonst noch jede Halbwahrheit drucken, solange sie in den ideologischen Horizont des Stammtisches passt (wie der neueste Titanic-Hoax zeigt)
- sämtlich bei einem Ladendiebstahl zufällig anwesenden Kunden.

Eine solche Verschwörung muss es sein, da diese Diebstähle ja scheinbar massenhaft und flächendeckend auftreten, aber trotzdem nie jemand öffentlich "den Mund aufmacht".

Und das, obwohl die Stimmung ja momentan so ist, dass vor allem CDU/CSU erst recht beweisen möchte, wie schnell und entschlossen man gegen kriminell gewordene Flüchtlinge vorgeht. Wo man sogar Tote in Kauf nimmt und mit Diktaturen paktiert, um Asylanten um jeden Preis von Deutschland fern zu halten. In diesem Klima vertuscht die Regierung kriminelle Aktivitäten?

Und alle Kommunen machen mit, obwohl sie in Zeiten leerer kommunaler Kassen sicher keine Ladendiebstahl-Entschädigungszahlungen im Budget stehen hatten, es also auch noch krimineller Energie bedürfte, diese geheimen Zahlungen aus dem Stadtsäckel vor dem Rest der Bevölkerung zu verbergen.

Ganz zu schweigen davon, dass sich die unmittelbar Beteiligten ihrerseits jedes Mal wohl der "Strafvereitelung im Amt" schuldig machen würden.

Noch einmal: Ergibt irgendetwas von dem Geschilderten irgendeinen Sinn?

Die andere Seite möchte ich auch beleuchten.
Zwei Jahre ist es her, da brachte die FAZ einen Artikel, der davon berichtet, dass 2015 kleinere Delikte durch Flüchtlinge in Schleswig-Holstein nicht mehr geahndet würden. Beweise für das geschilderte Vorgehen gibt es keine, der Artikel bleibt in allen Aspekten bei Andeutungen, Vermutungen und unbewiesenen Berichten anderer. Allein auf dieser Meldung scheinen sich aber alle anderen Gerüchte zu gründen.

Im September 2017 berichtet die Stuttgarter Zeitung von einem Gerichtsverfahren gegen einen bosnischen Familienclan, der 2015 Flüchtlinge aus Ex-Jugoslawien (!!!) zu Fahrraddiebstählen angestiftet haben soll. Klar kriminell (niemand würde ernsthaft behaupten, es gäbe nicht auch kriminelle Flüchtlinge), bebildert die Geschichte aber im Prinzip das Gegenteil der verschwörungshaften Nicht-Strafverfolgung.

Wahr ist auch, dass vor allem junge, unbegleitete Flüchtlinge kleinere Straftaten begehen. Mir ist persönlich ein junger Mann, der bei seinem Arbeitgeber in die Kasse gegriffen hat. Die Motivationslage: Auf dem jungen Mann lasteten die Forderungen der Familie im Heimatland schwer, Geld nach Hause zu schicken, dazu kamen Heimweh und Einsamkeit. Die Familie hatte sich hoch verschuldet, um seine Flucht zu finanzieren, in der naiven Erwartung, der junge Mann würde in kürzester Zeit eine gut bezahlte Arbeit finden.
Ob er das Geld geklaut hat, um es nach Hause zu schicken, oder als straffällig Gewordener nach Hause geschickt zu werden, konnte nicht abschließend geklärt werden. Was genau aus ihm wurde, weiß ich auch nicht. Ich weiß nur, dass der Arbeitgeber von einer Anzeige zurückgezogen hat, aus einem Gefühl, dass heutzutage vielen abzugehen scheint: Mitleid. Die Staatsanwaltschaft hat die Anzeige aber aufrecht erhalten, es gab eine Bewährungsstrafe. Nach letzter Info hat der Weckruf gewirkt, der junge Mann hat einen festen Job gefunden.

Auch hier kam kein Stadtkämmerer mit dem Scheckbuch und hat dem Bestohlenen Schweigegeld gezahlt. Keine Behörde hat auf Geheiß "von oben" eine Straftat vereitelt. Im Gegenteil.

Mein Tipp: Wenn man bei unsicherer Gemengelage nicht zwischen angeblichem "Gutmenschentum" und "Hetzparolen" unterscheiden kann - einfach mal das Hirn einschalten. Logisches Denken hilft einem oft über den Berg. Anderen nicht grundsätzlich das schlechtest Mögliche zu unterstellen auch.



Montag, 18. September 2017

Tatzeit: 24.09.17, Tatort: Deutschland

Der als sicher geltende Einzug der AfD in den Bundestag ist eine nationale Schande.

Anders kann man das nicht sagen.

Eine Partei, die Stimmung macht mit Ängsten und mit Hass, eine Partei, die mit ihrer Politik die Spaltung der Gesellschaft vorantreibt,
eine Partei, die die Schwächsten in einer Gesellschaft gegeneinander in Stellung bringt,
eine Partei, deren Spitzenpersonal sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit als mißverstandene Opfer geriert,
eine Partei, die immer wieder mit nationalsozialitischer und rassistischer Symbolik und Semantik kokettiert,
eine Partei, die auf die Fragen von morgen nur Antworten von vorgestern zu bieten hat,
eine Partei, deren Wahlprogramm die Lebensrealität ihres eigenen Spitzenpersonals konterkariert,
die trotz Wahlprogramm eigentlich nur ein einziges Thema zu bieten hat

kann keine Alternative für Deutschland sein.

Die AfD hat sich nicht die Verbesserung der Lebenssituation der Bundesbürger auf die Fahne geschriben, sondern zuallererst einmal die Verschlechterung der Lebenssituation einiger Teile der Gesellschaft. Trump läßt grüßen.

Welchem "abgehängten", durch die "Wende" oder durch den Anblick eines Schwarzafrikaners traumatisierten, ostdeutschen Rentners oder Hartzers wird es besser gehen, wenn nach dem Willen der AfD die Grenzen dichtgemacht werden, die Atomkraftwerke wieder in Betrieb genommen werden, Schwule nicht mehr heiraten dürfen und die D-Mark wieder eingeführt wird?

Ich sag's euch: Keinem einzigen. Keinem einzigen AfD-Wähler aus der "Unterschicht" wird es dadurch besser gehen, keiner wird danach glücklicher oder reicher sein oder objektiv sicherer sein als vorher. Und denen aus der Mittelschicht wohl auch nicht.

Im Gegenteil. Die Spielart des kapitalistischen Egoismus, in dem es ausschließlich "zuerst ich, und was dann noch übrig ist, bekommen eventuell die anderen" heißt, fügt die AfD noch ein "..., wenn sie sich gut benehmen, nicht aufmucken und für die Almosen auch schön dankbar sind" hinzu.
Dieses Denken hat aber erst zu den Problemen geführt, denen wir heute gegenüberstehen: Klimawandel, Umweltzerstörung, Rohstoffkriege, religiöser Fundamentalismus, Massenarmut, Migrationsströme, Finanzkrise, mediale Reizüberflutung bis hin zu der Erkenntnis, dass die Kinder der westlichen Zivilisation ohne Google kein Ei mehr gekocht bekommen.

Was soll's. Die Mehrzahl der Deutschen hat schon immer gegen die eigenen Interessen gewählt, geschweige denn im Sinne eines gesellschaftlichen Zusammenhalts. Die Deutschen wählen traditionell nach dem, was vom Widerhall ihrer persönlichen Echokammer noch als "Bauchgefühl" in ihrer unteren Körperregion ankommt. Man könnte auch sagen, die Deutschen wählen vom Arsch her.
Daran wird dieser Blog hier leider auch nichts ändern.

Freitag, 1. September 2017

Tatzeit: 30.0817, Tatort: Kulmbach

Guttenberg ist zurück.

Ich könnte im Strahl kotzen.

Was für ein schönes Beispiel für die Verführbarkeit des Menschen. In einem Deutschland, das sich bis heute verwundert fragt, wie es dazu kommen konnte, dass beinah ein ganzes Land kollektiv der Nazi-Ideologie samt Judenhass und Kriegslüsternheit hinterherrannte und die Augen vor der Realität verschloss, schafft es der feuchte Traum aller Schwiegermütter mit einem einzigen Auftrit wieder zurück auf die politische Bühne. Und alle himmeln ihn an.

Ich könnte im Strahl kotzen.

Natürlich: Er sieht gut aus, hat eine hübsche Frau, reizende Kinder, ist adlig (was wohl schon ausreicht, sämtliche Wählerstimmen des bürgerlichen, weiblichen Spektrums ab 35 abzugreifen).
Dazu ist er ein guter Rhetoriker, kann überzeugend und frei sprechen und geizt auch nicht mit markigen Sprüchen. Damit hätte er den männlichen Rest der bürgerlichen Mitte im Sack.

Und noch dazu war er mal ganz oben, ist dann gestürzt (was viele damals schon nicht verstehen wollten) und kehrt jetzt geläutert und reumütig in den Schoß der CSU zurück.

SEUFZ!!! WAS FÜR EIN MANN!!!! IST ER NICHT NIIIIIIEDLICH?????

Guttenberg hat das Zeug zu einem Bilderbuch-Demagogen und Populisten. Alles, was ihn noch während seiner Amtszeit als Verteidigungsminister und potentieller Bundeskanzler unsympathisch machte: seine Gelfrisur, sein ewiges Posen, sein Doktortitel, seine x adligen Vornamen - dies alles hat er abgelegt.
Er ist jetzt "KT", in allen Medien - würde mich mal interessieren, welcher PR-Agentur er das zu verdanken hat.

Der Mann kann uns alles verkaufen, und deswegen lieben ihn die Wirtschaft, die BILD-Zeitung und der Politikklüngel.
Kriegseinsätze, Waffendeals, Rentenkürzung, Grenzen dichtmachen, mehr Überwachung, Lama-Decken, Überfall auf Polen - kein Thema ist denkbar, das uns der Distelritter nicht schmackhaft machen könnte.

Wie mich das alles schon wieder ankotzt. Diese Speichelleckerei, dieses Hofieren, bis hin zum "kleinen Mann", der sich von der glitzernden Verpackung der Guttenbergs ablenken läßt.

Guttenberg ist mit einem silbernen Löffel im Mund geboren. Er ist stinkreich, bewegt sich seit Jahrzehnten in Kreisen stinkreicher, mächtiger Menschen, wurde vor Jahren schon heiß als Bundeskanzler gehandelt und auch jetzt, nach nur einem öffentlichen Auftritt,  erneut. Er betreibt seit Jahren Lobby-Arbeit für amerikanische Interessen in Europa. Man darf mutmaßen, dass der Mann sein ganzes Leben "gepampert, gepäppelt und hofiert" wurde.

Die Arroganz der Mächtigen und der Machthunger, die seine Person so deutlich durchdringen wie bei kaum einem anderen Politiker Deutschlands dieser Tage, verbirgt er hinter einer Maske der Bescheidenheit.
Sonderlich geschickt hat er sich dabei allerdings nicht mal angestellt. Schaut man genauer hin, war schon allein der Umgang mit seiner Plagiatsaffäre an Arroganz kaum zu überbieten. Bei seinem jetzigen Auftritt Kulmbach kokettierte er sogar damit und meinte, "jetzt ist auch mal irgendwann gut". Ein Satz, den man in Deutschland nur allzu gerne hört. Er habe zu dem alle Konsequenzen "ertragen". Schön, so eine weinerlich-selbstgerechte Selbsteinschätzung. Tapferer, tapferer Mann, "ertragen" hat er also sein hartes Los als überprivilegierter Jetset-Adelsschnösel.

Während und nach seiner Tätigkeit als Bundesminister hat er sich als hemmungsloser Lobbyist gezeigt, der ohne große Zurückhaltung die Interessen von Banken und (US-)Wirtschaft vertritt. Er befürwortet Kriegseinsätze und Aufrüstung und war gegen den Mindestlohn.
Und übrigens: Er war nie weg. Was jetzt als "Comeback" gehandelt wird, ist lediglich die Rcükkehr in die Öffentlichkeit. Die Person Guttenberg hat nie aufgehört, Strippen zu ziehen.

Was schon vor Jahren galt, gilt heute um so mehr: Guttenberg ist kein Anwalt der kleinen Leute und kein Freund des kleinen Mannes. Er hat nichts mit Otto Normalverbraucher gemein. Er hat immer nur die Interessen seiner "Kreise" vertreten, wußte dies in der breiten Öffentlichkeit lediglich gut zu verkaufen. Er hat dabei den Vorteil, finanziell unabhängig zu sein, er muss sich nicht verdächtig machen, es nach 4 Jahren Lobbyarbeit im Bundestag auf einen lukrativen Job in der Wirtschaft abgesehen zu haben. Solche Jobs hatte er schon als junger Mann.

Die Währung, in der Menschen wie Guttenberg bezahlt werden, heißt "Macht", bzw Zugang zu den Mächtigen.

Übrigens: Vor Publikum meinte er zuletzt, dass "wer sich straffällig gemacht hat, das Land zu verlassen habe". Soviel Selbstironie hätte ich ihm dann doch nicht zugetraut.

Aber was reg ich mich auf. Guttenberg bekommt doch längst schon wieder von allen die Rute poliert. Frankreich hat Macron, Kanada hat Trudeau, wir bekommen "KT". Oder den Lindner. Der ist ja auch wieder da, mit den selben ollen Kamellen, mit politisch ähnlichen Positionen wie Guttenberg -  Hauptsache smart und eloquent auftreten, angeblichen "Klartext" reden - reicht schon für die wunderbar-wandelbare Gunst des deutschen Wählers. Hallelujah.

Vielleicht kann der nächste Kanzler ja per "Bachelorette" gewählt werden. Merkel drückt einfach ihrem Wunsch-Beau eine Rose in die Hand - fertig. Live übertragen von RTL.

Dienstag, 8. August 2017

Tatzeit: 08.08.2017, Tatort: TV

Auf öffentlich-rechtlichen Phoenix lief soeben "Der VW Bus - ein Transporter für die Welt" , eine Lobhudelei für den ach so knuffig-kultigen VW-Bully.

Schon seltsam. VW hat gerade - mal wieder - gleich mehrere Skandale am Arsch. Allen voran natürlich der markenübergreifende Diesel-Beschiss. Konsequenzen für die umfassende Kunden-Millionen-Verarsche und Umweltverpesterei: Im "Autoland" Deutschland bisher kaum spürbar.

Wer hätte das gedacht?
Jetzt mal im Ernst: Wer hätte das gedacht? In einem Land, wo sich Politiker ihre Regierungserklärung von VW absegnen lassen, wohl niemand. Da prallt auch die widerliche Verstrickung von VW in die Machenschaften der brasilianischen Militärdiktatur an der Arroganz der VW-Granden ab. Aber auch das hat in Deutschland Methode, oder hatten die Verstrickungen von Daimler Benz in die Morde der argentinischen Junta irgendwelche nennenswerten Konsequenzen für die Autobauer?

Zurück zum TV. Schon ein merkwürdiger Zufall, dass ausgerechnet dann, wenn VW die Kacke bis zum Hals steht, irgendwelche harmlosen Dokus ausgestrahlt werden.
Schaun wir uns doch mal das Programm der nächsten zwei Wochen an.
Ebenfalls heute auf Phoenix: "Als die Autos noch klein waren", von Sender beworben mit dem Bild eines VW Käfers.
Ebenfalls heute, diesmal auf N24: "Meilensteine der Automobilgeschichte - Der Volkswagen Corrado G60".
Auf TV Berlin läuft wie auf ähnlichen Lokalsendern auch ein Automagazin. Auf der Webseite des Senders findet man nichts zu den aktuellen Themen des Magazins, dafür findet sich eine Besprechung des Abgas-Skandals aus dem Jahr 2015. Tenor: "Der Kunde ist selbst schuld".
Am 12.08. läuft auf Phoenix "Elektroautos - Top oder Flop?", wo man sich der Vorankündigung nach wohl recht kritisch mit Elektromobilität auseinandersetzt.
13. August, Tagesschau24: "Elektro-Autos gegen Arbeitsplätze - wer verliert?" Die Vorankündigung läßt auch hier nichts Gutes ahnen.
Dass das Reisemagazin "Anixe auf Reisen" am 12.08. ausgerechnet in die "Auto-Stadt Wolfsburg" führt, ist vermutlich auch purer Zufall.

Apropos Elektromobilität: Da wird ja gerade ordentlich gejammert, wieviele Stellen da verloren gehen werden, die Zukunft ist schwarz, pechschwarz. Allerdings nur in den Medien, die Otto Normalverbraucher konsumiert. Im Handelsblatt , sozialromantischer Panikmache eher unverdächtig, liest sich das ganz anders und um einiges rationaler. Bei auto.de ebenso.

Und guckt mal hier, ob ihr in dem Video all die durch Elektroautos gefährdeten Arbeitsplätze entdeckt:


Übrigens: In Kalifornien hat man VW im Rahmen des Diesel-Skandals dazu verdonnert, für 800 Mio Dollar Ladestationen für Elektroautos zu bauen.

Kann sich das jemand bei Alexander Dobrindt vorstellen?

Montag, 6. Juli 2015

23.04.1998, Tatort: Bundestag

Zur aktuellen politischen Lage, dieses historische Zeitdokument:



Vielleicht sollte man Gysi ab sofort auch die Wettervorhersagen machen lassen.

Sonntag, 19. April 2015

Frühling, Tatort: Deutschland

Kleine Bestandsaufnahme 2015:

Die rechtspopulistische AfD und Pegida tragen rechte Ideen bis tief in die Mitte der Gesellschaft hinein, die AfD feiert Wahlerfolge. Menschen sind wieder empfänglich für die Angst-Schürereien der Rechten. In Deutschland brennen wieder Asylantenheime. Politikern werden offen bedroht. Immer wieder offenbart sich, dass Polizei und Justiz auf dem rechten Auge blind sind. Studien zeigen immer wieder, dass rechtes Denken noch immer verbreitet ist. In unseren Nachbarländern gewinnen rechte Parteien teilweise enorm an Einfluss: Frankreich, Niederlande, Dänemark, Österreich, Schweiz. In Ungarn stellen sie die Regierung und haben bereits Bürgerrechte und Pressefreiheit in ihrem Sinne eingeschränkt.

Und in diesem Klima entblödet sich unsere Regierung nicht, unser Land weiter zu einem Überwachungsstaat umzubauen! Die Kontrollfreaks in den Parteien und in den Sicherheitsorganen reißen sich darum, den gläsernen Bürger zu schaffen. Sie möchten gern jegliche Kommunikation aufzeichnen, ob nun via Internet, per Handy oder per Telefon. Sie würden gern in Erfahrung bringen, wo sich 80 Millionen Deutsche in jedem Moment ihres Tages aufhalten, möchten wissen, was sie dort tun und mit wem. Dafür bauen sie im Schatten von 9/11 seit Jahren, eigentlich schon seit Jahrzehnten an einer Infrastruktur, die ihnen das ermöglicht. Genau so lange werden die Deutschen über den wahren Umfang der Überwachung im Unklaren gelassen. Es wird nach Kräften verharmlost, es werden Sicherheitsinteressen und Schwerverbrechen ins Feld geführt. Die Realität zeigt aber heute schon, dass Überwachungsdaten für alles Mögliche verwendet werden (können), nur nicht zur Aufklärung von Schwerverbrechen.

Führt man nun die obigen beiden Resümees zusammen, liegt eine Frage doch eigentlich auf der Hand: 
SIND DIE EIGENTLICH NOCH BEI TROST? 

Hat sich einer dieser Polit-Clowns, dieser Rechtschaffenheits-Darsteller und Stasi-Freaks mal Gedanken darüber gemacht, was eine extremistische Partei mit einem solchen Daten-Arsenal anstellen könnte? Hat einer von den Pfeifen mal drüber nachgedacht, dass auch ihre Gespräche, ihre Aufenthaltsorte und ihre Geheimnisse abgehört und ausgespäht werden, dass sie damit erpressbar werden, für jeden, der diese Informationen in die Finger bekommt: politische Gegner, die Presse, Verbrecher, Firmen, Geheimdienste? Dafür braucht es nicht mal die Skrupellosigkeit von Rechtsextremisten, die Skrupellosigkeit der Durchschnittstypen reicht da schon aus.
Oder denken die wirklich, sie seien gefeit? Denken die wirklich, ihre Daten, die Daten ihrer Kinder, Enkel, Verwandten und Freunde würden nicht missbraucht? Haben die denn gar nichts aus der Geschichte gelernt?

Wenn die Deutschen schon zu träge sind, ihre Hintern gegen den Überwachungsstaat oder gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit von der Couch zu heben: Wie wär es zur Abwechslung mal mit einer Kombination aus beiden? So weit hergeholt ist das nicht.

Wir haben es uns in der Hängematte bürgerlicher Freiheiten so bequem gemacht, dass wir gar nicht merken, wie sich hinter unserem Rücken die Fäden auflösen und wir Gefahr laufen, unsanft auf dem Boden einer sehr viel unangenehmeren Realität als der eines freiheitlichen Rechtsstaats wieder aufzuwachen.

Zeit zu erkennen, dass Aldi-Brot und RTL-Spiele die Freiheit nicht ersetzen können. Zeit, mal wieder dafür zu kämpfen. Wenn schon nicht für euch, dann wenigstens für eure Kinder.
Informiert euch, diskutiert darüber. Geht auf die Strasse, sammelt Unterschriften, redet mit euren Abgeordneten. Über Vorratsdatenspeicherung, über Pkw-Maut, über NSA, über NSU, über Pegida, über Freiheit, über Ungerechtigkeit, über Solidarität mit den Schwachen.

Und wenn ihr das schon nicht schafft, dann klickt wenigstens bei www.campact.de .

Samstag, 28. März 2015

27.03.2015, Tatort: Berlin. Deutschland. Überall.

Wir leben in einem seltsamen Land.

Heute wurde in Berlin ein Gesetz verabschiedet, dass angeblich außer der CSU keiner will. Mit großer Mehrheit und den Stimmen der SPD.

Dem Westen steht vielleicht ein heißer Krieg mit Rußland bevor. Direkt vor unserer Haustür.
Merkel tut: Nichts.
Die Euro-Zone steht eventuell vor einer schwerwiegenden Währungskrise und Rezession. In Deutschland könnte es in den nächsten Jahren so werden wie in Südeuropa, mit Massenarbeitslosigkeit, bitterer Armut und sozialer Kälte.
Merkel tut: Nichts. Gießt mit ihrer Erpresserhaltung gegenüber den Griechen noch Öl ins Feuer.
Mit Abstand beliebtester Politiker, Tendenz steigend: Angela Merkel.

Aktuell bequemster Job (sagen Streik-Gegner und Fluggäste): Lufthansa-Pilot.
Aktuell undankbarster Job (sagen Lufthansa-Piloten, Fluggäste und alle andern): Germanwings-Pilot.

Vorratsdatenspeicherung, TTIP, Quotenregelung, Netzneutralität, Marihuana, Kryptographie, G8, G9, G20, Inklusion, Gentrifizierung. Usw usw.
Haben alle schonmal gehört. Kaum einer weiß, was es ist. Trotzdem - oder deshalb - sind die meisten dagegen. Oder eben dafür, je nachdem.
CDU und SPD machen es trotzdem.Oder eben nicht, je nachdem.
Kausalkette des Absurden.

Wir führen biometrische Ausweise ein, um Terroristen zu fangen. Denen, von denen wir wissen, dass sie Terroristen werden könnten, nehmen wir sie weg.
Wir machen Flugzeugtüren bombensicher. Um Menschenleben zu retten. Und bringen damit Menschen um.

Was wird abgesagt, weil ein Fernsehsender seine Pietät zum Ausdruck bringen will? Mitunter die einzigen Formate, die noch wissen, was "Pietät" bedeutet: Satire-Sendungen.
Was darf weiter laufen? Der ganze andere, gänzlich pietätlose Scheiß.

Wollen bei Amazon Prime Kunde sein: Alle. Weil man für Versand nix zahlt.
Wollen bei Amazon arbeiten: Keiner. Weil man im Versand nix verdient.

Voll der böse Russe: Wladimir Putin. Hat noch nie mit einer Drohne eine Hochzeitsgesellschaft verdampfen lassen. Mag dafür keine Schwulen.
Voll der gute Ami: Barack Obama. Hat versehentlich schon 150 (und ein paar zerquetschte) Kinder umbringen lassen, aber dafür zwei Truthähne begnadigt.
Übrigens, voll der gute Russe: Helene Fischer.

Ein Asylbewerberheim anzünden: Geht so.
Ein Auto anzünden: Geht gar nicht.

Wir leben in einem seltsamen Land, in einer seltsamen Welt.

Als würden wir alle in einem gigantischen Loriot-Sketch mitspielen, der niemals endet. Die Teutonen-Version von Dantes Inferno.

Dienstag, 23. Dezember 2014

22.12.2014, Tatort: Tal der Ahnungslosen

Auf einem Kommentar-Blog Fremdmaterial einzustellen, statt selbst zu schreiben ist eigentlich lame.

Aber dem Beitrag von Frank Stauss habe ich nichts hinzuzufügen: http://frank-stauss.de/index.php/wutburger-der-aufklarung/

Außer vielleicht: Ja, PEGgI is auch DA. Irgendwo zwischen den widerlichen Biedermännern und -frauen, selbsternannten Verlierern, Nazis in Kittelschürzen, Spinnern und Kriminellen. RTL-Mitarbeitern und BILD-Hetzern.


Sonntag, 5. Oktober 2014

03.10.2014, Tatort: Deutschland

Trotz AfD, NSU, WM-Gewinn und dem bizarren Sterben der Friedensbewegung: Was ich am Deutschland des 21. Jahrhunderts am allermeisten schätze, ist der beeindruckende Mangel an Hurra-Patrioten, wenn es um Kriegseinsätze geht.

Gewiss: Die Proteste gegen die permanenten Rüstungsexporte in Krisengebiete dürften hierzulande ruhig etwas lauter ausfallen. Auch die Reaktionen auf die fortgesetzten Versuche der Bundesregierung, der Bevölkerung die Beteiligung Deutschlands an Kriegseinsätzen schön zu reden, hätte ich mir deutlicher gewünscht.

Andererseits: Die ablehnende Gleichgültigkeit, mit der die Deutschen diesen Kriegsambitionen begegnen, reicht eigentlich auch schon. Völlig egal, was die Kriegsmüdigkeit unserer Nation ausgelöst hat, seien es nun die Schatten der Vergangenheit oder die banalen Verlustängste der Moderne: Ich finde sie wunderbar. Da können Merkel, von der Leyen und De Maiziere noch so beliebt sein, in dem Punkt lässt die deutsche Bevölkerung die Lakaien des "militärisch-industriellen Komplexes" eiskalt abblitzen.

Bleibt zu hoffen, dass nicht doch irgendwann irgendein politischer Hetzer einen Weg findet, diese Entwicklung umzukehren.

Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin.