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Mittwoch, 19. September 2018

Lesetipp

...für alle, die immer noch meinen, die AfD wäre eine ganz normale Partei und man könne die einfach "mal so" wählen, um"denen da oben" eins auszuwischen:

http://www.schleckysilberstein.com/2018/09/ein-hauch-von-33-und-plotzlich-stehen-sie-vor-deiner-tur/

AfD und Co. geht es nur vordergründig um "die Rettung der Deutschen" vor den Ausländern und dem Islam. In Wirklichkeit geht es ihnen um den Umbau des Staates. Und dann ist genau das zu erwarten, wovor die AfD uns angeblich gerne retten möchte: Redeverbote, Denkverbote, "Gleichschaltung" von Medien und Kultur. Erdogan hat's gemacht, Orban hat's gemacht, die Polen machen's, Trump versucht es auch, Hitler hat es vorgemacht, und die AfD macht es heute schon, siehe oben.

Alle, die ihr Angst vor Ausländern, Terroristen oder der Zukunft im allgemeinen habt, berechtigt oder nicht: Das Deutschland, das die AfD bauen möchte, ist ein Land, in dem ihr definitiv nicht leben wollen werdet. DAVOR solltet ihr Angst haben.

Wenn ihr Protest wählen wollt, dann gebt eure Stimme lieber irgendeiner Klein- oder Spaßpartei. In Bayern z.B. ist sogar das Programm der Bayernpartei weniger menschenverachtend als das der AfD.

Mittwoch, 29. August 2018

Danke, AfD!

Danke, dass du mich an eine grundlegende Maxime der politischen Propaganda erinnert hast:

Nicht jeder, er nett aussieht, ist auch nett.

Denn München ist mal wieder plakatiert bis zum Erbrechen. Gefühlt hat die AfD hier die meisten Plakate geklebt, alle mit Gesichtern. Einge sehen sogar recht sympathisch aus. Und genau da hakt es: Ein netter Mensch kann nie Mitglied, geschweige denn Funktionsträger in dieser Hass&Hetz-Partei sein.
Am freundlichsten schaut dabei ein Kandidat drein, nennen wir ihn mal Mr. Braun. Seine politischen Schwerpunkte liegen lt. AfD-Webseite bei Bildung und - Tusch! - Migration.
In Sachen Bildung tritt er dafür ein, Behinderte und Migranten aus dem generellen Unterricht herauszunehmen und in Sonderschulen zu stecken. Im übrigen befürwortet er Leistungsorientierung, Ordnung und Disziplin im Klassenzimmer.
"Nett", nicht wahr? Erinnert mich im Denkansatz an das Bildungssystem zu NS-Zeiten. Polemisch zugespitzt: Behinderte und Nicht-Deutsche werden zur besonderen Verwendung Beschulung ausgesondert, der Rest wird zu guten Soldaten  Leistungserbringern gedrillt, und ab und zu gibt's eins mit dem Rohrstock.

Im Absatz über Migranten fndet sich dann die Behauptung, dass 2017 45% aller Gewalttaten in Bayern von Nicht-Deutschen begangen wurden. Nach schöner AfD-Tradition fehlt für diese Fantasiezahl jeglicher Beleg. Die offizielle Polizeistatistik des CSU-Freistaats (die nicht im Verdacht steht, sonderlich migrantenfreundlich zu sein), spiegelt diese Zahl nicht. Es gab 2017 99.660 "Rohheitsdelikte" (die sind wohl im Wesentlichen gemeint), davon 12.532 von Nicht-Deutschen begangen. Naja, Mathematik ist halt nicht jedermanns Sache.
Im übrigen hätte er seinen Ausführungen folgend Migranten gern assimiliert, m.a.W., die (illusorische und dem menschlichen Empfinden zuwider laufende) vollständige Aufgabe der eigenen kulturellen Identität zugunsten der Kultur des Einwanderungslandes.

Sooo nett ist Mr. Braun.

Was plakatieren die anderen Parteien so? Nach dem, was ich gesehen habe, überbieten sich die andern mal wieder an Einfallslosigkeit:
Die CSU hat lediglich "Bayern.München." auf ihre Plakate geschrieben. Wohl für den Fall, dass ihren Anhängern kurzfristig entfallen ist, wo sie sich befinden. Bei CSU-Wählern kann man nicht vorsichtig genug sein.
Die SPD wartet mit dem Slogan "Zamhalten statt spalten" auf. (Für Nicht-Bayern: "Zamhalten" ist die bavarisierte Form von "Zusammenhalten".) Als wäre die SPD nicht das Paradebeispiel für mangelnden Zusammenhalt und sich-gegenseitig-in-den-Rücken-fallen in der politischen Landschaft Deutschlands. Vielleicht richtet sich die Botschaft ja nicht an die Wähler, sondern nach innen an das SPD-Führungspersonal.
Die FDP hat wieder ihre quietschbunten Plakate mit den Konterfeis nichtssagender junger Männer mit Business-School-Frisuren aufgehängt.
Die Grünen haben sich das total hippe Thema "bezahlbare Wohnungen" auf die Fahne geschrieben.
Dazu kann ich sagen, dass gestern eine TV-Doku über Uschi Obermaier lief. Dort wurden u.a. kurz Bilder einer Demo aus München der frühen 70er Jahre gezeigt, bei der gegen Mietwucher und für bezahlbaren Wohnraum demonstriert wurde. Nur 50 Jahre später sind wir bei dem Thema scheinbar keinen Schritt weiter.
Von andern Parteien hab ich noch nichts gesehen. Vielleicht haben die schon aufgegeben? Ich vermisse ja nach wie vor die Beiträge der Violetten im politischen Diskurs...


Montag, 18. September 2017

Tatzeit: 24.09.17, Tatort: Deutschland

Der als sicher geltende Einzug der AfD in den Bundestag ist eine nationale Schande.

Anders kann man das nicht sagen.

Eine Partei, die Stimmung macht mit Ängsten und mit Hass, eine Partei, die mit ihrer Politik die Spaltung der Gesellschaft vorantreibt,
eine Partei, die die Schwächsten in einer Gesellschaft gegeneinander in Stellung bringt,
eine Partei, deren Spitzenpersonal sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit als mißverstandene Opfer geriert,
eine Partei, die immer wieder mit nationalsozialitischer und rassistischer Symbolik und Semantik kokettiert,
eine Partei, die auf die Fragen von morgen nur Antworten von vorgestern zu bieten hat,
eine Partei, deren Wahlprogramm die Lebensrealität ihres eigenen Spitzenpersonals konterkariert,
die trotz Wahlprogramm eigentlich nur ein einziges Thema zu bieten hat

kann keine Alternative für Deutschland sein.

Die AfD hat sich nicht die Verbesserung der Lebenssituation der Bundesbürger auf die Fahne geschriben, sondern zuallererst einmal die Verschlechterung der Lebenssituation einiger Teile der Gesellschaft. Trump läßt grüßen.

Welchem "abgehängten", durch die "Wende" oder durch den Anblick eines Schwarzafrikaners traumatisierten, ostdeutschen Rentners oder Hartzers wird es besser gehen, wenn nach dem Willen der AfD die Grenzen dichtgemacht werden, die Atomkraftwerke wieder in Betrieb genommen werden, Schwule nicht mehr heiraten dürfen und die D-Mark wieder eingeführt wird?

Ich sag's euch: Keinem einzigen. Keinem einzigen AfD-Wähler aus der "Unterschicht" wird es dadurch besser gehen, keiner wird danach glücklicher oder reicher sein oder objektiv sicherer sein als vorher. Und denen aus der Mittelschicht wohl auch nicht.

Im Gegenteil. Die Spielart des kapitalistischen Egoismus, in dem es ausschließlich "zuerst ich, und was dann noch übrig ist, bekommen eventuell die anderen" heißt, fügt die AfD noch ein "..., wenn sie sich gut benehmen, nicht aufmucken und für die Almosen auch schön dankbar sind" hinzu.
Dieses Denken hat aber erst zu den Problemen geführt, denen wir heute gegenüberstehen: Klimawandel, Umweltzerstörung, Rohstoffkriege, religiöser Fundamentalismus, Massenarmut, Migrationsströme, Finanzkrise, mediale Reizüberflutung bis hin zu der Erkenntnis, dass die Kinder der westlichen Zivilisation ohne Google kein Ei mehr gekocht bekommen.

Was soll's. Die Mehrzahl der Deutschen hat schon immer gegen die eigenen Interessen gewählt, geschweige denn im Sinne eines gesellschaftlichen Zusammenhalts. Die Deutschen wählen traditionell nach dem, was vom Widerhall ihrer persönlichen Echokammer noch als "Bauchgefühl" in ihrer unteren Körperregion ankommt. Man könnte auch sagen, die Deutschen wählen vom Arsch her.
Daran wird dieser Blog hier leider auch nichts ändern.