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Montag, 14. Januar 2019

Unbedingte Leseempfehlung

...für alle, die sich fragen, warum die Welt so ist, wie sie ist, und warum die Rechten derzeit weltweit wieder Oberwasser haben:

https://m.bazonline.ch/articles/20981022

Schnappatmung garantiert.

Freitag, 1. Juni 2018

Tatzeit: April 2018, Tatort: Die deutsche Presselandschaft

Bildblog.de hat mal analysiert, wie in den deutschen Online-Medien mit dem Schlagwort bzw dem Themenkomplex "Ausländer" Kasse gemacht wird. Hier gehts zu dem Artikel...

Die Quintessenz: Jede noch so banale Geschichte, die sich nur auch am Rande mit den Themen "Ausländer", "Asyl" oder "Islam" verknüpfen läßt, wird gnadenlos aufgebauscht, geheadlined und möglichst skandalheischend aufbereitet. Der Tenor geht dabei immer in Richtung "Ausländer böse", "Islam böse" und "Gutmenschen dumm".

Das einzige Ziel: Die Medien machen sich die massenweise und tw. automatisierte Verbreitung dieser Meldungen im rechten Spektrum zu Nutze, das bringt Klickzahlen und damit Geld in die Kasse.
Aus Sicht der Medien erstmal verständlich, schließlich müssen sie Geld verdienen, auch wenn sie damit durch die Gewichtung bestimmter Themen wie "Flüchtlinge" etc. die Ausgewogenheit der Berichterstattung zu Gunsten der Vermarktbarkeit verschieben.

Steht die Gewinnerzielungsabsicht bzw -pflicht der Massenmedien damit nicht in krassem Widerspruch zu ihrem Eigenanspruch der freien, unabhängigen Berichterstattung in einer funktionierenden Demokratie? Die Vielfalt der Medienlandschaft hat zuletzt "Die Anstalt" ad absurdum geführt (Link zur ZDF-Mediathek, Link zu einem Auszug auf Youtube).

Wird also eine Presse, die Gewinne erzielen muss, nicht zwangsläufig (fast) immer nur über Themen und in einer bestimmten Weise berichten, die größtmögliche Absatzzahlen versprechen? Hängt damit die Glaubwürdigkeit der Presse nicht unmittelbar an der Integrität einiger weniger, in der Öffentlichkeit als glaubwürdig, authentisch und investigativ wahrgenommener Journalisten?
Kann es in einem kapitalistischen System, in dem zudem tendenziell konservative, libertäre und nationalistisch angehauchte Autoritäten herrschen, überhaupt eine freie Presse geben, die ihrem Auftrag als "4. Macht" in einer Demokratie zuverlässig nachkommt?

Gut, Pressearbeit ist in Zeiten des Generalverdachts von "Gleichschaltung" nicht einfacher geworden. Dummerweise wird z.B. das Ringen um Glaubwürdigkeit einiger Journalisten des ÖR Rundfunks durch tendenzielle Berichterstattung in anderen ÖR Formaten konterkariert. Und Medien, die ausgewogener über das Thema "Ausländer" berichten und nicht bei jedem Falschparker  Nationalität und Religionszugehörigkeit dazuschreiben, müssen sich damit herumschlagen, dass ihnen genau diese Ausgewogenheit als schuldhaftes Verschweigen der "Wahrheit" ausgelegt wird.

Das ist aus meiner Sicht aber ein Grund mehr, bestimmte Medien von der Gewinnerzielungsabsicht abzukoppeln. GEZ für die Presse? Vielleicht. Schwieriges Thema. Eine Flatrate bedeutet ja nicht automatisch, dass die Qualität der Berichterstattung sich verbessert, zudem weckt eine zentrale Regulierung von Einnahmen immer Begehrlichkeiten und Besorgnisse.

Der Presse weiter  tatenlos bei ihrem Niedergang und ihrer Kommerzialisierung zuzuschauen, ist aber keine Option. Denn die ausschließliche Kopplung der Berichterstattung an Klickzahlen und Werbeeinnahmen bedeutet langfristig nichts weniger als die Erosion einer der tragenden Säulen der Demokratie.

Dienstag, 21. November 2017

Tatort: Fernsehen, Tatzeit: immer

Ich ärger mich gerade über die ARD.

Mag sein, dass der "Brennpunkt" zum Jamaika-Scheitern heute sein mußte. Ob' s den Plasberg dazu auch noch gebraucht hätte, darüber läßt sich streiten.

Das Ätzende ist, dass das Programmherumgeschiebe dazu geführt hat, dass mal wieder eine wichtige Reportage auf 23:45 Uhr rutscht, "Der Wohlstandsreport". Und das nur, damit eine völlig überflüssige Lobhudelei zu 50.Geburtstag von Boris Becker noch davor versendet wird. Als wenn es über den Mann noch etwas zu versenden gäbe, dass noch nicht tausendfach in irgendeiner Boulevardzeitung stand.

Nun ja, "Der Wohlstandsreport" ist mal wieder eine aus Sicht der Regierung unbequeme Reportage, zeigt sie doch die aktuelle, wenig glorreiche Vermögenssituation in Deutschland. Die ist allerdings alles andere as neu: Alle zu Wort kommenden Experten warnen vor der auch 2017 weiter aufgehenden Schere zwischen Arm und Reich, bis auf den Chef des (Überraschung!) ifo Instituts, Clemens Fuest, der dann auch direkt mal den Untergang Deutschlands prophezeit, wollte man Vermögen stärker besteuern.
Spannend waren die Stellungnahmen des Vereins Grundeinkommen e.V. und von Reichen, die für sich mehr Steuern und für andere ein Grundeinkommen fordern. Entlarvend war der Wortbeitrag eines Lausitzer Mittelständlers, nachdem die Wahl der AfD quasi als eine Art Verzweiflungstat gelten muss, weil sich die Bürger der ausgebluteten Ost-Gebiete davon eine wie auch immer geartete Besserung ihrer Verhältnisse erhoffen, und sei es auf Kosten Dritter.

Ein Wort noch zu Herrn Fuest. Dessen Aussagen im Report sind wenig überraschend, ist er doch, wenn man seinem Wikipedia-Profil glauben will, ein Anhänger Hayeks, findet sich sein Name doch immer wieder im nahen Umfeld des "neokonservativen" Mont-Pelerin-Netzwerk.
Wer wissen möchte, was das nun wieder ist: Das ist meiner bescheidenen Meinung nach genau die Weltverschwörung, nach der so viele Menschen immer Ausschau halten - die vermutlich (meinungs)mächtigste Lobbyorganisation der Gegenwart.
Mehr dazu hier.

Auch über Pro7 hab ich mich zuletzt kurz geärgert, obwohl das eigentlich Perlen vor die Säue ist.
Für irgendeinen halbgaren Beitrag irgendeines halbgaren TV-Magazins hieß es im Teaser "Immer wieder greifen Terroristen Flughäfen an." Es folgte ein Beitrag über Flughafen-Sicherheit.

Was mich ärgert ist, dass solche Sätze immer wieder unwidersprochen weggesendet werden und so ins kollektive Bewußtsein einsickern wie die restliche Terror-Hysterie.
Ich frage mich, wie viele Zuschauer sich in dem Moment tatsächlich gefragt haben, wann denn tatsächlich mal ein Flughafen von Terroristen attackiert wurde.
Mir ist spontan kein solcher Angriff eingefallen.
Also hab ich den Beitrag auf prosieben.de gesucht und bin bei Galileo fündig geworden. Und nicht nur das: Nachdem ich mir insgesamt 4 Mal zwangsweise den "Flatliners"-Trailer anschauen mußte, bin ich darauf gestoßen, dass derselbe Beitrag in abgewandeltem Schnitt schon einmal im Oktober 2016 lief. Ob das einer gemerkt hat?

Nach etwas mehr Recherche ist klar: Natürlich hat es Anschläge auf, besser vielleicht an Flughäfen gegeben, so wie an allen möglichen anderen Orten auch. Im Vergleich an Flughäfen sogar seltener, was aus Sicht eines Terroristen logisch ist, da Flughäfen mit ihrer Überwachungsstruktur für Attentate eher nicht so Erfolg versprechend sind.
Mich ärgert aber einfach der plakativ vorgetragene Satz, s.o. Vermutlich hat sich der Redakteur bei der Anmoderation nicht mal irgendwas gedacht, ging es doch einfach nur darum, mögichst viel Interesse für einen weitgehend irrelevanten, recyclten Beitrag zu wecken. Diese Art Gedankenlosigkeit aus Marketinggründen ist aber eigentlich noch schlimmer, denn die Haltung oder besser Anti-Haltung, die dahintersteht, sagt doch: Scheißegal, was meine Worte anrichten, Hauptsache, ich hab mein Produkt verkauft. U.a. genau diese Einstellung hat mir die Werbewelt auf Dauer verleidet.

Mehr zum Mythos "Internationaler Terrorismus" hier.

Mittwoch, 26. Juli 2017

Fake News - Wake News - Make News!

Wie sagt man in Bayern so schön: Es kaast mich an.

Meint: Es nervt brutal.

Gibt es eigentlich Bereiche des öffentlichen Lebens, die nicht von Falschheit und Kommerz durchdrungen sind?
Gibt es noch Konzerne, die ehrlichen Herzens ihre Waren an den Mann bringen, ohne Leichen im Keller?
Gibt es noch Politiker, die willens und in der Lage sind, ehrliche Politik im Interesse des Souveräns zu machen, unabhängig von den Interessen der Wirtschaft, Medien, irrationalen Ängsten und Eigeninteressen?
Warum muss ich mich als Durchschnittsverbraucher in einem der reichsten Länder der Erde verbiegen, wenn ich meine Existenz auf diesem Planeten auch nur halbwegs so gestalten will, dass mein Dasein weder unsere Umwelt, noch andere Menschen irgendwo auf dem Globus beeinträchtigt?
Warum lassen wir uns von der NATO diktieren, dass wir aufrüsten müssen, von der OECD, was unsere Kinder lernen sollen, von der Werbung, wie wir zu leben haben, und von BILD und AFD, wovor wir uns fürchten müssen?
Warum müssen wir uns in diesem scheiß-reichen Land überhaupt Gedanken um Altersarmut, Pflegenotstand, Privatisierung von medizinischer Versorgung, Straßen und Trinkwasser machen?

Wir wissen heute um all die kleinen und großen Schweinereien, die sich deutsche Konzerne und die deutsche Politik überall auf der Welt und in Deutschland geleistet haben. Wir wissen um das zerstörerische Treiben unregulierter Finanzmärkte, wir wissen um Waffenlieferungen an Regime und Diktaturen, wir kennen die viele Details all der Abgas-, Folter-, Gammelfleisch-, Bestechungs-, Steuerhinterziehungs-, Geheimdienst-, Atommüll-, Polizei- und Bundeswehr-Skandale, wir wissen um V-Leute, Agents Provocateur und politische Morde. Wir wissen um die miese Kriegsbeteiligung im Jugoslawien-Konflikt, wir wissen um den miesen Flüchtlings-Deal mit der Türkei, wir wissen Bescheid über den vertuschten Massen-Kindesmißbrauch in der Kirche, die massenhafte, anlasslose Überwachung aller Bürger, und , und, und.

Und es passiert: Nichts. Die FDP ist wieder da. Uli Hoeneß ist wieder da. Guttenberg ist wieder da. Die CSU ist immer noch da, die Kirche auch. Deutsche Autobauer verarschen ihre Kunden in Mafia-Manier, und die Politik schaut zu. Verfassungsschutz und BND bekommen regelmäßig mehr Befugnisse zugeschustert, ohne dass ein erkennbarer Nutzen den Verlust an Freiheit aufwiegen würde. Als in Bayern Lebender muss ich mir neuerdings Gedanken machen, ob diese Zeilen nicht schon ausreichen, mich in den Augen eines paranoiden Sicherheits-Masochisten zu einem "Gefährder" (was immer das ist) stempeln, den man im hiesigen Bundesland seit neustem auf unbestimmte Zeit und ohne Gerichtsurteil wegsperren kann. Wer das wiederum paranoid findet: Während des Papstbesuchs 2010 wurden in Großbritannien sechs Mitarbeiter der Straßenreinigung kurzzeitig weggesperrt, weil sie sich einen Papst-Witz erzählt hatten.

Warum zum Kuckuck lassen wir uns das alles gefallen? Wir sind so ziemlich die letzte Generation, die noch mit Begriffen wie "Solidarität", "Klassenkampf" oder "Friedensbewegung" etwas anfangen kann. Wir sind die letzte Generation, die noch ein anderes Gesellschaftssystem kennengelernt hat. Wir sind die letzten, die gelernt haben, dass der der Kapitalismus nicht alternativlos ist, dass die unsichtbare, weil nicht-existente "Hand des Marktes" nicht gerechtigkeitsstiftend ist, dass Gewerkschaften kein nutzloser Anachronismus sind und dass es keinesfalls eine Vermessenheit darstellt, wenn man als Austausch für seine Arbeitskraft ein angemessenes Einkommen erwartet.

Das mindeste, was wir tun können, wenn wir sonst den Arsch schon nicht hochbekommen: Wir müssen unsere Kinder lehren, dass der einzige relevante Krieg, der in unseren Gesellschaften ausgetragen wird, nicht zwischen Nord und Süd, China und USA, Pepsi und Coca Cola, Hartz4-Empfänger und Flüchtling, Moslems und Christen ausgefochten wird, sondern einzig und allein zwischen arm und reich. Dafür braucht es keine Weltverschwörung oder Illuminaten. Dieser Krieg vollzieht sich tagtäglich vor aller Augen und doch ganz im Stillen.

Zitat Warren Buffett: “There’s class warfare, all right, but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.”




So wie Georg Schramm zum Schluss fühle auch ich mich ab und an.

Montag, 6. Februar 2017

Tatzeit: die Ära Trump, Tatort: Germany

Eine kleine Übung in Schizophrenie:

Liebe AfD-Sympathisanten und Patrioten*,

sind wir uns eigentlich einig, dass Trump ein pathologischer Lügner, Narzist und Penthouse-Faschist ist, dem es zuzutrauen ist, dem eigenen Ego und der Profitgier amerikanischer Banken und Konzerne sämtliche gesellschaftlichen Werte, den Weltfrieden und wenn es sein müßte, die Welt als Ganzes zu opfern**?

Nein?

Dann können wir uns vielleicht zumindest darauf einigen, dass Trump mit seiner US-zentrierten Wirtschaftspolitik potentiell deutsche Arbeitsplätze gefährdet? Okay?

Das müßte ihn doch aus Sicht eines deutschen Patrioten zum Feind Deutschlands machen, richtig?

Und seid ihr nicht sowieso der Meinung, dass amerikanische Banken (die Trump gerade wieder von der Kette läßt) ohnehin die deutsche Politik fremdsteuern? Und das ist bäh-bäh, gell?

Nun: "Eure" AfD, die Partei, die ihr euch zur Vertretung eurer Interessen ausgeguckt habt, findet Trump prima. Genau wie ihre rechten Kumpel-Parteien im Rest Europas.***
Weil Trump das macht, was sie auch gern tun würden: Mauer um die eigene Nation, um das Böse draußen zu halten (hey, ehemalige DDR-Bürger: Da werden schöne Erinnerungen wach, oder?), überhaupt die Welt in gute und böse Menschen einteilen, dann Waffen an die Guten verteilen, damit die ihr "wir zuerst" gegen die Bösen durchsetzen können. Und dann dabei irgendwie reich werden.****
Offiziell natürlich nur, weil beide ein gemeinsames Feindbild haben: Flüchtlinge und Moslems*****. Der Rest der weitgehend menschenverachtenden, antisozialen Ideologie fällt unter den Tisch. Darin haben die Rechten ja Übung. Ich sag nur "Autobahn".

Also, wie jetzt: Trump Scheiße finden, aber trotzdem die Partei gut finden, die Trump richtig gut findet? Macht das Sinn? Liegt es da nicht nahe, sich mit der AfD erst recht jemanden einzutreten, der unser lieb Vaterland an die USA verscherbelt? "Deutschland zuerst" und "America first" können schlecht gleichberechtigt koexistieren, oder? Sind da nicht zumindest Zweifel angebracht?
By the way: Marine Le Pen, politische Freundin von Frauke Petry und AfD, ist gerade mit "le premier France" ("Frankreich zuerst") in den Wahlkampf gestartet.

Neuer Blickwinkel: Letztens hat die Spaß-Guerilla der Lügenpresse, alias "heute show", einen "Reporter" zum "interviewen" einiger Trump-Unterstützer nach Washington geschickt, welche sich pflichtschuldigst mit nahezu pegidistischer Inbrust zu wilden Aussagen hinreißen ließen: Die Amerikaner hätten es satt, dass die Deutschen sie um Essen anbetteln, hieß es da zum Beispiel. Einer war davon überzeugt, dass sich in den wörtlich "heiligen Springbrunnen des Schwabenlandes" Flüchtlinge waschen.

Lustig, oder? Die doofen Amis wieder... Habt ihr auch so über den Grad an Dummheit Bildungsnotstand Desinformation gelacht?

Nein, nicht wirklich. Denn die Knalltüten waren von ihrer Version der Wahrheit genau so überzeugt wie ihre deutschen Pendants, ob sie sich nun Wutbürger, besorgte Bürger, Reichsbürger oder sonstwie nennen. Übrigens: Alle miteinander waren sich einig, dass die Presse ohnehin nur Lügen über die USA im allgemeinen und den lieben Trump im besonderen verbreitet.

Wer von euch Nasen die Sendung gesehen hat: Ihr habt keine "doofen Amis" gesehen. Ihr habt in den Spiegel geguckt.

Blickwinkel Nr 3: Wie sicher seid ihr euch, dass Deutschland von einer hegemonialen, nationalistischen Welt bzw. von einem hegemonialen, nationalistischen Europa profitieren wird? In einer Welt, in der die Staaten sich gegeneinander abgrenzen, internationale Vereinbarungen aufkündigen und fremdenfeindliche Klischees bemühen, ist in so einer Welt der wirtschaftlich und politisch dominante"Exportweltmeister" Deutschland von heute denkbar?
Wie wird sich Deutschland als Exportnation in den prognostizierten Wirtschaftskriegen wohl besser schlagen: Als prägendes Mitglied in der EU, dem größten Binnenmarkt der Welt, oder als Einzelkämpfer? Sollte man in einer Zeit, in der es erforderlich ist, halbwegs geeint und selbstbewußt zusammenzustehen, eine Partei unterstützen, die eine separatistische Politik verfolgt?

Herzlichst,
der Michel

*) alle Reichsbürger und überzeugten Rechten dürfen weglesen, die sind eh schon verloren
**) selbstverständlich abgesehen von ihren schwer bewachten Privatinseln und anderen Enklaven
***) Darin liegt doch die faulige Wurzel der Schizophrenie dieser rechten "Internationale": Was soll man von einer "Parteienfreundschaft" halten, wo diese Parteien in ihrem nationalistischen Kern völlig gegensätzliche, hegemoniale Interessen verfolgen?
****) Das ist natürlich stark verkürzt dargestellt.
*****) Schon mal überlegt, an wem sich die AfD nicht nur verbal austoben wird, wenn sie mal mit denen fertig ist? Frei nach Niemöller:

"Als die AfD die Flüchtlinge holen ließ, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Flüchtling. Als sie die Moslems einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Moslem. Als sie die links-grün Versifften holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Grüner. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte."

Freitag, 25. März 2016

Dringende Seh-Empfehlung

Ken FM im Gespräch mit Eugen Drewermann.

Versprochen: Die besten 1h45, die ihr in letzer Zeit investiert habt. Was für ein feiner Mensch.

Den nervigen Ken Jebsen mit seinen Suggestivfragen kann man ja ausblenden.




Samstag, 13. Juni 2015

27.11.2014, Tatort: WDR Markt



Gesehen? Da haben wir sie wieder, die häßliche Fratze des "Homo oeconomicus".

Für ein Magazin wie "Markt" ist der Beitrag an sich schon erstaunlich, aber man würde sich eigentlich im Anschluss eine fundierte Auswertung wünschen.

Der Punkt ist doch: Moral ist etwas, das man sich leisten können muss. "Erst kommt das Fressen, dann die Moral."
Punkt 2: Kapitalismus ist per se unmoralisch. Ein System, das für jeden Aspekt des Lebens und der Welt einen Preis aushandelt, korrumpiert moralisches Handeln absolut.
Punkt 3: Religion als Mechanismus von Absolution und Teilung/Vergebung individueller Schuld begünstigt amoralisches Handeln, statt es zu verhindern. Wer sich auf einfache Weise von Schuld lossagt, sich also "entschuldigt", ist eher wieder bereit, erneut amoralisch zu handeln.
Punkt 4: Unwissenheit begünstigt amoralisches Handeln. Wer nichts von Mißständen weiß, kann sich nicht für sie verantwortlich fühlen.
Punkt 5: Das Übel muß frühzeitig und im Keim erstickt werden. Je mehr Leute "es" tun, und je näher mir diese Menschen stehen, sei dieses "Es" nun ein kleiner Steuerbetrug, ein bei-Rot-über-die Ampel-laufen oder das Anzünden von Asylantenheimen, um so einfacher fällt das Mitmachen und umso schwerer fällt der Widerstand gegen die Unmoral.

Punkt 6: Es ginge auch anders. Aber dafür braucht es Eier. Eier, die ein Bildzeitungs-Leser nicht mehr hat, weil ihm Bild und Co. jeden Tag eine neue Angst in die trübe Birne dübeln. Womit wir u.a. wieder bei der Unwissenheit wären.